A-2: PaLü durch Erweiterung des Betrachtungs- und Bewertungsrahmens



Der Zweck heiligt den Knüppel.


Zitat: "Diese Methode ist der Gegenpol zum Verfahren A-1. Legen Sie einen besonders schönen Feuerstein am Strand in den Sand. Stellen Sie sich 1-2 Meter entfernt auf und machen Sie ein Foto mit dem Kamera-Zoom, so dass zunächst nur dieser Stein zu sehen ist. Dann drehen Sie den Zoom immer weiter zurück, wodurch sich der Bildausschnitt sukzessive vergrößert. Auf diesen Fotos erscheinen nun viele der anderen Steine am Strand neben Ihrem Feuerstein. Vielleicht kommt sogar ein wenig Tang oder eine Muschel mit ins Bild.

Genauso muss man es bei der Erweiterung des Betrachtungs- oder Bewertungsrahmens von Begriffen machen, von denen die meisten Menschen eine klare Vorstellung zu haben. Jeder glaubt genau zu wissen, was z.B. Rassismus, Rechtsextremismus, Vergewaltigung, Klimawandel oder eine Verschwörungstheorie ist. Das sind eng umrissene Begriffe, die durch den langjährigen Gebrauch eindeutig definiert erscheinen. Der Feuerstein auf Ihrem Zoom-Bild soll das symbolisieren.


Wenn Sie nun aber den Betrachtungsrahmen erweitern, können viele andere Elemente (die Steine, der Tang, die Muscheln) unter diesen Begriff fallen, die nur eine gewisse Nähe zum verwendeten Begriff (dem Feuerstein) haben. Es gibt bereits gebrauchsfertige Vorlagen für die Anwendung dieser Methode. So ist z.B. in den letzten Jahren der Begriff „Rassismus“ massiv erweitert worden. Viele Vertreter der Palaver-Wissenschaften haben in Artikeln und Büchern dazu beigetragen. Heute fällt darunter jede Art verallgemeinernder Aussage über eine Gruppe. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Ethnie, eine religiöse Gruppe oder um Kleingärtner handelt.


Sie können also jeden ungestraft einen Rassisten nennen, der verallgemeinernde Aussagen über Bienenzüchter macht. Natürlich verbinden fast alle Menschen mit diesem Begriff immer noch die alte, eng gefasste Bedeutung, z. B die Herabwürdigung von Afrikanern. Wenn Sie nun also jemand, der sachliche und begründete Kritik am Verhalten von abgelehnten Asylbewerbern übt, als üblen Rassisten beschimpfen, werden fast alle Menschen eine ganz andere Verfehlung vermuten. Die meisten haben die extreme Ausweitung des Bedeutungsrahmens dieses Begriffs überhaupt nicht mitbekommen. Vielleicht soll es auch so sein, denn nur dadurch behält der Begriff Rassismus der seine Schlagkraft."