A-1: PaLü durch Verengung des Betrachtungsrahmens


Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.


Zitat: "Machen Sie als Einstimmung zur Anwendung dieser Methode ein paar kleine Experimente: Gehen Sie nach draußen – in eine schöne Landschaft oder ein kleines Städtchen. Zuerst stecken Sie einen Bilderrahmen auf einen Besenstiel und rammen das Ganze in den Boden. Dann stellen Sie sich davor, zoomen heran und fotografieren, was innerhalb des Rahmens zu sehen ist. Jetzt nehmen Sie 3-4 andere Positionen ein, von denen Sie erneut den gedrehten Rahmen und den darin erscheinenden Ausschnitt der Landschaft fotografieren. Zeigen Sie jetzt die Bilder einem Freund und fragen Sie ihn, aus wie vielen unterschiedlichen Gegenden die Bilder wohl stammen mögen. Haben Sie die unterschiedlichen Ausschnitte innerhalb des Rahmens gut gewählt, wird er vermutlich überzeugt sein, es handele sich um mindestens 2-3 verschiedene Orte.


Einen ähnlichen Effekt können Sie auch erzielen, wenn Sie irgendein Objekt in einen dunklen Raum stellen und einen Teil davon mit einem eng fokussierten Lichtstrahl beleuchten. Dann wird nur dieser Ausschnitt fotografiert. Das Gleiche wiederholen Sie mit unterschiedlichen Segmenten des gleichen Objektes. Wenn Sie die Bilder nun wiederum einem Freund zeigen, wird er oft ganz unterschiedliche Objekte vermuten, selbst wenn es sich um etwas allgemein Bekanntes, z.B. einen Stuhl handelt. Ausschnitte zeigen also unterschiedliche „Wahrheiten“, wenn man sie nicht als Ausschnitte erkennt.


Also, wenn Sie Journalist, angehender Politiker oder Aktivist für irgendeinen der vielen guten Zwecke sind, dann sollten Sie die Anwendung dieser Methode unbedingt einüben. Sie ist leicht zu erlernen und universell anwendbar. Ihre Popularität hat in den letzten Jahren im Rahmen der Verengung des Meinungskorridors auf die ideologisch korrekten Ansichten enorm zugenommen. Auf diese Weise kann man die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf diejenigen Teile der Wirklichkeit fokussieren, die man für wichtig hält. Bleiben Sie also nicht hinter Ihren Konkurrenten zurück, die oft schon Meister in der Anwendung dieser Technik sind!


Bei Anwendung dieser Methode bleiben die weniger erfreulichen Tatsachen außerhalb des Betrachtungsrahmens oder sind im Dunkel verborgen. Dennoch haben Sie die Wahrheit gesagt, nur eben nicht die ganze. Unpopuläre, risikoreiche oder schlichtweg gesetzwidrige Elemente Ihrer Aktionen werden auf diese Weise praktisch unsichtbar. Dies gilt umso mehr, je intensiver Sie diesen kleinen Ausschnitts der Realität diskutieren oder sich darüber empören. Ihre Zuhörer oder Leser sind dann damit vollauf beschäftigt. Kaum einer sucht noch nach den Teilen der Realität, die ausgeblendet wurden. Diese Methode eignet sich auch wunderbar, um Zusammenhänge mit anderen Vorgängen oder die Folgen von politischen Entscheidungen zu verbergen."