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L-4: Die Fuchsjagd-Methode bei Pressekonferenzen von Politikern



Der Zweck heiligt den Knüppel.


Zitat: "Diese Methode wurde ständig bei den Pressenkonferenzen des US-Präsidenten Trump und seiner Sprecher verwendet. Wenn man vom Podium aus auf die versammelten Journalisten schaut, sieht man sich einer hemmungslos kläffenden Meute gegenüber und wundert sich, warum niemand auf die Idee kommt, solche Veranstaltungen geordnet zu moderieren. Stattdessen wird sowohl das Amt des Präsidenten als auch der Berufsstand der Journalisten vor der internationalen Öffentlichkeit lächerlich gemacht.


Zehn oder manchmal vielleicht zwanzig Leute schreien ihre Fragen oder Kommentare lautstark in den Raum, sobald die Person auf dem Podium kurz Luft holt. Man kann einen ähnlichen Vorgang eigentlich nur bei einer Gelegenheit beobachten: bei der englischen Fuchsjagd. Wenn die Meute der Hunde den Fuchs oder ein anderes Tier eingeholt und eingekreist hat, steht sie um das Opfer herum. Alle Hunde kläffen frenetisch, bevor sie es zerreißen oder die Jäger angeritten kommen und das arme Wesen mit einem Schuss erlösen. Auch wegen der sinnlosen Grausamkeit dieses Vorganges ist die Fuchsjagd - zum Ärger vieler gutbetuchter Reiter - verboten worden.


Die Fuchsjagd-Methode wird aus zweierlei Gründen verwendet. Erstens geht es darum, die Person auf dem Podium (ähnlich wie bei der Zerhacker-Methode bei Talk-Shows) immer mehr aus der Fassung und in Wut zu bringen. Wenn dies gelingt, können Sie ziemlich sicher sein, dass ein ungeschickt formulierter und missverständlicher Satz oder Halbsatz fällt, den die Journalisten dann tagelang als Beweis für ihre Verunglimpfung des Präsidenten oder einer Aktion der Regierung verwenden können. Die Pressekonferenz kann eine Stunde oder länger dauern. Was jedoch in der medialen Resonanz davon verwendet wird, ist oft allein dieser kleine Halbsatz, den man in einen anderen Rahmen stellen und für hemmungslose Empörung nutzen kann. Angesichts dieses vielstimmigen Hassgeschreis gehen viele der sonst üblichen Maßstäbe verloren.


Zweitens ist das Gebrüll der Journalisten auch ein Wettbewerb untereinander: Man will den Kollegen und seinen Vorgesetzten zeigen, wie engagiert man in der kompromisslosen Suche nach der Wahrheit ist und dass man keine Angst den Mächtigen hat. Da es sich meist um die gleichen − jedoch mit anderen Worten wiederholten − Fragen zu einem bestimmten Aufreger-Thema handelt, geht es also vor allem darum, den anderen zu zeigen "Ich bin hier, ich bin engagiert, ich kämpfe für das Gute und die Wahrheit etc.". Wenn die Pressekonferenz dann noch im Fernsehen übertragen oder aufgezeichnet wird, können die besonders laut brüllenden Journalisten damit rechnen, dass ihr Gesicht oft auf dem Bildschirm erscheint und sie so mit der Zeit eine gewisse Bekanntheit erreichen. Dies ist ein wichtiges Mittel, die eigene Karriere zu befördern und mit der Zeit ein höheres Salär einfordern zu können."

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