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R-3: Zerstörung der Karriere von Parteimitgliedern oder Sympathisanten durch PaLü



Steigerungsformen: Feind, Todfeind, Parteifreund.


Zitat: "Auch auf diesem Gebiet haben uns die Stasi-Offiziere wertvolle Anregungen hinterlassen, allerdings kann man natürlich auch in jeder Firma und Behörde genau die gleichen Methoden beobachten. Um Konkurrenten oder Gegnern in der eigenen Partei zu schaden, ist das Ausstreuen von Gerüchten eine übliche Methode. Diese Art der PaLü wirkt am besten, wenn Sie diese in Form von Andeutungen oder vertraulich geäußerten Vermutungen streuen. Wie Sie sicher noch aus der Schule wissen, besteht die beste Möglichkeit, eine herabsetzende Information über jemand schnell zu verbreiten darin, sie einem Freund unter dem Siegel des strengsten Stillschweigens zu verraten. Dieser wird das seinem besten Freund bald weitersagen und ebenfalls strengste Vertraulichkeit einfordern. So geht das Gerücht dann von einem zu anderen. Der Grund ist einfach: Geteilte Geheimnisse beweisen gegenseitiges Vertrauen und eine gewisse Exklusivität der Freundschaft. Das schweißt zusammen.


Am schnellsten wirkend und am schädlichsten sind natürlich Gerüchte über wirkliche oder vermeintliche sexuelle Belästigungen und Bestechlichkeit. Ähnlich effektiv ist die Sammlung und Verbreitung von Indizien über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem politischen Feind. Schon ist der Verdacht eines Maulwurfs aufgetaucht. Sie können jemand aber auch in Misskredit bei den oberen Chargen bringen, wenn Sie das Gerücht streuen, er würde heimlich an deren Stuhl sägen.


Besonders gerne werde solche PaLü-Methoden gegenüber Personen verwendet, die innerhalb der Partei oder Fraktion aus der Reihe tanzen und unabhängige Meinungen äußern, vielleicht sogar gelegentlich gegen Gesetze stimmen, die von der eigenen Fraktion eingebracht wurden. Wenn Sie auch noch weitere Personen beschädigen wollen, reicht es oft, dezent anzudeuten, diese sympathisierten mit dem Abtrünnigen. Schon sind sie kontaminiert und es verschließen sich auf magische Weise viele Möglichkeiten, die vorher offen standen.


Aber auch Sympathisanten einer Organisation können in ihrer Karriere und in ihrem Ansehen leicht beschädigt werden, wenn man sie als dadurch als angeblich rechtsaußen oder sogar rechtsradikal outet. Wenn diese PaLü wiederum in Form von Gerüchten und Indizien vertraulich verbreitet wird, ist das am wirksamsten. Besonders bei Angestellten im öffentlichen Dienst kann dies nicht nur den Aufstieg blockieren, sondern sogar das Ende der Karriere bedeuten. Es gibt sogar die Möglichkeit, scheinbar unangreifbaren Sympathisanten zu schaden. Sie organisieren einfach Protestgruppen, die Gewaltdrohungen verbreiten, wenn sich diese Menschen dazu hinreißen lassen, Säle und Hotelbetten an eine, als rechtsradikal diffamierte Partei zu vermieten. Es hat auch schon funktioniert, Supermarktketten dazu zu bringen, „rechtsradikale Gurken“ aus dem Sortiment zu verbannen, weil der Besitzer der Herstellerfirma mit einer missliebigen Partei sympathisierte."

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