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L-5: PaLü mit Hilfe von Strohmann-Argumenten und „Whataboutism“



Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man

eine Treppe bauen.


Zitat: "Egal Sie ob eine Rede im Parlament oder während eines Wahlkampfes auf dem Marktplatz halten, eine PaLü-Methode sollte nicht fehlen, wenn Sie den politischen Gegner angreifen: Die Strohmann-Methode. Auch bei Diskussionen in Talkshows ist sie beliebt. Sie gehen dabei nicht auf die tatsächlichen Argumente Ihres Gegners ein, sondern erfinden angebliche Ansichten desselben. Dieser Strohmann und seine verwerflichen Aussagen dienen nun als Box-Sack, auf den Sie einschlagen können.


Sie werden dabei sicher manchmal mit der zutreffenden Erwiderung Ihres Gegners konfrontiert, er habe dies ja überhaupt nicht behauptet oder in der ihm unterstellten Weise gesagt. Das ist glücklicherweise kein Problem, denn hierauf gibt es eine einfache Entgegnung: Sie zitieren einfach Aussagen eines politischen Freundes oder Wahlplakate der Partei des anderen. Er kann sich zwar auch davon distanzieren, der Schmutzfleck der Kontaktschuld bleibt aber an seiner Weste kleben. Mit dieser PaLü erwecken Sie beim Publikum der Eindruck, der Angegriffene habe eigentlich genau das gemeint, was Sie ihm unterstellen. Er habe es jedoch vorsichtig hinter anderen Formulierungen versteckt.


Wenn Ihnen selbst oder Ihrer Partei ein offensichtliches Fehlverhalten oder eine politische Ungeschicklichkeit vorgehalten und nachgewiesen wird, gibt es eine wirksame PaLü der Ablenkung: den Whataboutism. Der Ausdruck leitet sich aus Entgegnungen auf Vorwürfe ab, die mit „But what about….“ beginnen, also „…aber was ist eigentlich mit…“. Wenn Sie zum Beispiel mit Hinweisen auf Korruption in der eigenen Partei konfrontiert werden, dann sollten sie sofort den Spieß umdrehen und fragen: „Wie steht es aber mit dem Fall xyz in ihrer Partei??“ Sie sollten jedoch zunächst nur ein Beispiel verwenden und ähnliche Fälle listig verschweigen. Allerdings nur solange, bis Ihr Gegner damit fertig ist, den von Ihnen zitierten Fall kleinzureden. Dann sollten Sie weitere Beispiele nach und nach aus der Tasche ziehen. Damit beweisen Sie, dass der von Ihnen angesprochene Fall ja nur die Spitze eines Eisberges ist. Damit sind Sie bereits auf der sicheren Seite. Ihr Kontrahent ist in die Defensive gedrängt. Durch diese Anwendung der Salami-Taktik dreht sich die Diskussion um 180 Grad. Vom anfänglichen Angriff auf Sie oder Ihre Partei bleibt nicht mehr viel übrig."

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