J-3: Verwandlung von PaLü in Dauerbrenner bei medialen Hinrichtungen

The second move kills.



"Die medialen Dauerbrenner sind in der Regel Vorgänge, die schnell mit dem Label "Skandal" versehen werden. Diese Methoden eignen sich besonders für die öffentliche Hinrichtung von Künstlern und Schriftstellern. Sie erhalten in der Regel danach keine Aufträge mehr. Sie verlieren auch viele Freunde und berufliche Partner. Nach einer Reihe diffamierender PaLü-Artikel können sie meistens nicht mehr an ihr altes Leben anknüpfen. Diese Methode kann aber auch bei Politikern angewandt werden, die in den eigenen Reihen schon heimlich fallen gelassen wurden. Bei denjenigen, die noch fest in der Meute geborgen sind, wirkt diese Technik allerdings nicht.


Es gibt drei Gründe mit denen Sie die Medien leicht überzeugen können, solche Stories lange am Kochen zu halten. Erstens nützt es der Auflage bzw. der Quote und damit den finanziellen Interessen des journalistischen Mediums. Zweitens können Sie denjenigen Individuen, welche die Flammen unter dem Kessel der Geschichte immer wieder schüren, leicht vermitteln, dass deren Ansehen als zähe, investigative Journalisten dadurch erhöht wird. Drittens liegt hier eine wichtige Möglichkeit der Konditionierung einer bereinigten Realitätswahrnehmung durch die Leser oder Zuschauer. Sie verwenden einfach das „schlagkräftigste“ aller Argumente. Das lautet: „Ja, wenn das doch alle sagen?!“ Durch die ständige Wiederholung bestimmter Interpretationen der Geschichte auf allen Kanälen wird die veröffentlichte Meinung scheinbar zur öffentlichen, also allgemein akzeptierten Meinung.


Für die Erzeugung eines lange brennenden Scheiterhaufens dürfen Sie natürlich nicht alles Holz gleichzeitig verfeuern. Erst wenn die Flamme niedergebrannt ist, kommt ein neuer Balken auf die Glut. Im Journalistensprech nennt man diese Methode zum Erzeugen medialer Dauerbrenner auch die „Salamitaktik“. Diese besteht darin, im Abstand von wenigen Tagen immer neue Scheiben einer "Enthüllung" zu präsentieren oder wenigstens neue Verdachtsmomente hinzuzufügen. Durch diese Wurstscheiben wird der Appetit des Publikums auf neue Enthüllungen aufrechterhalten. Dies kann am besten dadurch geschehen, dass Sie "Leaks" aus anonymen Quellen bestellen oder erfinden. Diese können aus der Regierung oder den Geheimdiensten kommen und werden dann Journalisten zugespielt. Der Informantenschutz und die Pressefreiheit machen dieses Verfahren nahezu risikolos. Diese Salamischeiben können geheim abgehörte Telefonate, gestohlene E-Mails oder Kopien interner Papiere sein.


Eine weitere gute Methode zum Entfachen und Ausdehnen eines medialen Feuersturms ist die Inszenierung von Konflikten. Hierzu legt man bestimmten Politikern Zitate in den Mund oder verführt sie zu ungewöhnlichen Verteidigungsreaktionen, die dann bei ihren Gegnern immer wütendere Repliken hervorrufen."