I-2: PaLü in Form von blickdichten Wänden aus schwarzem Rauch



Für Heckenschützen bilden Journalisten oft die Hecke.


Zitat: "Eine Alternative zur Methoden der spiegelnden Glasglocke besteht darin, dass man wichtige Vorgänge durch blickdichten Rauch verbirgt. Sie können viele große Probleme auf diese Weise verbergen, egal ob es sich um bevorstehende wirtschaftliche Katastrophen, den Zerfall der Gesellschaft in unvereinbare Parallelwelten oder Ähnliches handelt. Gleichzeitig eignet sich diese Methode dafür, alle Personen und Organisationen zu beschmutzen, die versuchen, den Rauch weg zu blasen, damit die Wirklichkeit dahinter erkennbar wird.


Dafür müssen Sie nur ein „Lagerfeuer der scheinbaren Skandale“ entzünden. Dort sollten immer neue Autoreifen hinein geworfen werden, sobald der Rauch an Dichte und Farbe verliert. Vergessen Sie jedoch nicht, den Wind der öffentlichen Meinung zu analysieren und ausnutzen, so dass er den schwarzen Rauch immer in Richtung Ihres Gegners oder der zu verheimlichenden Vorgänge weht. Im Laufe der Zeit werden diese schließlich so stark durch die klebrigen Rußpartikel beschmutzt, dass alle Reinigungsversuche erfolglos bleiben.


Die Autoreifen symbolisieren in dieser Metapher Anschuldigungen, Verdächtigungen oder Enthüllungen. Sie können aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen. Ihnen ist jedoch allen gemeinsam, dass sie schwarzen dichten Rauch erzeugen, der nicht nur die Sicht versperrt, sondern auch hoch in den Himmel steigt und Aufmerksamkeit erregt. Es geht nicht nur darum, Teile der Realität zu verbergen. Sie müssen auch diejenigen Personen oder Organisationen beschmutzen, die daran arbeiten, die Vernebelung von Tatsachen zu verhindern.


Sie brauchen dafür anonyme Informanten, PR-Manager und Journalisten, die das Feuer bewachen und sicherstellen, dass stets neues Brennmaterial nachgelegt wird, welches einen möglichst schmutzigen Rauch erzeugt. Politiker beobachten den Rauch meist aus der Ferne. Sie versuchen schließlich, den Medien möglichst glaubhaft Überraschung und Entsetzen vorspielen, wenn wieder neue dunkle Wolken emporsteigen. Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass das Feuer lange brennt. Den Medien sichert es Quote und Ansehen.


Journalisten und anonyme Heckenschützen in Parteien und Ministerien bilden oft eine untrennbare Symbiose. Man ist voneinander abhängig: Der eine braucht Sensationen für Quote oder Auflage, der andere will sich rächen oder einen Konkurrenten aus dem Weg räumen. Man ist sich aber auch gegenseitig ausgeliefert. Der Journalist kann den anonymen Denunzianten oder Geheimnisverräter jederzeit durch dezente Hinweise an die richtigen Stellen auffliegen lassen und ruinieren. Aber auch die Medien-Macher können Schaden erleiden, wenn ihr Informant öffentlich bekannt gibt, mit wie viel Phantasie die ursprüngliche Information in der journalistischen Verarbeitung angereichert wurde, um sie saftig genug zu machen. Aufgrund dieser Konstellation ist es nicht verwunderlich, wenn viele Journalisten verführt werden, anonyme Quellen für ihre Geschichte zu erfinden. Man ist ja durch die Pressefreiheit gedeckt. Stimmt die Geschichte nicht, hat sich eben die (nicht existente) anonyme Quelle geirrt.


Das können Sie leicht ausnutzen: Verbinden Sie sich mit Journalisten und spielen Sie ihnen einen Gleichklang mit deren gesinnungsethischen Intentionen vor. So werden diese leicht an Ihre „Hintergrundinformationen“ glauben und das Material für ihre eigenen Ziele und die Verfertigung sensationeller Stories verwenden. Dass einige hochgelobte Edelfedern in ihrem messianischen Eifer sogar so weit gehen, ihre Geschichten auch ohne die Hilfe von Informanten zu erfinden, hat jüngst der Zerrspiegel bewiesen."