H-2: PaLü bei der Heiligung der Gesinnungsethik und abstrakter Grundwerte



Realismus ist Macht, doch Idealismus will mächtiger sein.


Zitat: "Das Grundprinzip der Gesinnungsethik besteht darin, dass man sich in seinen Handlungen und Urteilen von ideologischen oder religiösen Grundsätzen leiten lässt. Es geht also darum, das eigene Handeln so zu gestalten, dass diese Regeln soweit wie irgend möglich beachtet werden. Ganz besonders deutlich wurde dies in den sozialistischen Ländern, deren Führer und Propagandisten im Laufe der Zeit kaum noch einen Blick für die wirtschaftlichen und politischen Realitäten hatten. Ähnlich operieren die Herrscher der Länder, in denen der wieder erwachte konservative Islam die Gesinnung diktiert.


Allerdings gewinnt die Gesinnungsethik auch in vielen westlichen Industrieländern an Bedeutung. Deren Prinzipien entstammen dem Wunschdenken und Wahrnehmungsfilter linker Intellektueller und Aktivisten. Sie dominieren die Medien und auch einen Teil der Universitäten. Themen wie der Genderismus, der Kampf gegen rassistische Diskriminierung und gegen „Rechts“ sowie gegen Klimaschädlinge bestimmen deren Agenda. Sie wird als „politisch/ideologisch korrekt“ angesehen und mit dem Heiligenschein unfehlbarer Wahrheiten geschmückt. Gleiches gilt auch für Begriffe wie Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität etc., obwohl niemand genau definieren kann, was darunter zu verstehen ist. Das präzise Hinterfragen, was damit in einer konkreten Situation in einem bestimmten Land wohl gemeint sei, wird ebenfalls durch die Heiligung dieser Begriffe unterbunden. Menschen, die nicht der „ideologisch korrekten“ Gesinnungsethik folgen wollen und deren geheiligte Unveränderlichkeit in Frage stellen, werden schnell diskriminiert und aus vielen Gemeinschaften ausgestoßen. Also schweigt man lieber, so wie es im Sozialismus auch Brauch war.


Im Gegensatz dazu steht die Verantwortungsethik. Sie orientiert sich an einem vorurteilsfreien Blick auf die Realität. Ihre Richtschnur ist es, unter den gegebenen Umständen die bestmögliche Lösung eines Problems zu finden. Da bei jeder Entscheidung eine Vielzahl von positiven und negativen Konsequenzen gegeneinander abgewogen werden müssen, kann es dabei keine einfachen richtigen oder falschen Entscheidungen geben. Was zählt, ist dass positive Wirkungen für eine möglichst große Zahl von Menschen erreicht werden und die negativen Nebenwirkungen klein bleiben.


Wenn Sie also bestimmte politische Ziele erreichen wollen, ist es oft nötig, sich der Denkweise und der Sprachregelung „ideologisch korrekter“ Gesinnungsethik zu bedienen.

Falls Sie also aus verantwortungsethischer Sicht etwas durchsetzen oder anregen wollen, dann bleibt nichts weiter übrig, als „mit den gesinnungsethischen Wölfen zu heulen“. Verpacken Sie also Ihre Argumente in eine ideologisch korrekte Sprache und bewegen Sie sich mit Ihren Argumenten immer im Wahrnehmungs- und Interpretationsfilter der linken Gesinnungsethiker. So haben es auch viele Manager, Publizisten und Schriftsteller im Sozialismus gehalten. Sie konnten auf diese Weise überleben und sogar einiges durchsetzen."