G-1: PaLü der Erbschuld des Faschismus



Wer den Mund hält, wenn er Unrecht hat, ist weise. Wer das Gleiche tut, wenn er Recht hat, ist Politiker.


Zitat: "Es lebt kaum noch ein Mensch, der zur Zeit des Nazi-Regimes Verbrechen begangen hat, Anhänger Hitlers oder einfacher Mitläufer war. Zudem hat sich nicht nur die BRD, sondern ganz Europa seit dieser Zeit dramatisch gewandelt. Warum sollten also die jetzt lebenden Menschen unter einer Art ererbter Kollektivschuld leiden? Die Japaner leiden nicht unter den schrecklichen Verbrechen ihrer fanatischen Soldaten im zweiten Weltkrieg, die Russen nicht unter den Gräueltaten der Stalin-Diktatur. Auch die Chinesen verdrängen den Terror Maos und die vielen Opfer seiner Politik, obwohl dies noch nicht sehr lange zurückliegt. Wieso lassen sich die Deutschen einreden, sie seien immer noch latent mit dem Virus des Nationalsozialismus infiziert, der jederzeit wieder ausbrechen könnte?


Es handelt sich bei der angeblichen (oder eingebildeten) Erbschuld der Deutschen um eine passive Lüge, die hauptsächlich aus dem Inneren Deutschlands und kaum von den ehemaligen Siegermächten kommt. Diese PaLü wird hauptsächlich mit der Methode A-3, also der schrittweisen Rahmenverschiebung konstruiert. Dabei werden kleine Indizien aus der Wirklichkeit aufgegriffen und durch mehrfache Verschiebung des Betrachtungsrahmes schließlich als Wiedererwachen der alten Gefahr gedeutet. Dies hat sich als wunderbares Instrument zur Verteufelung von Andersdenkenden erwiesen. Wo immer diese Methode angewendet wird, kommt am Ende die Charakterisierung dieser Menschen als Neo-Nazis heraus. Ohne die PaLü der Erbschuld und der latenten Infektion mit dem Virus des Faschismus wäre dies nicht möglich.


Sie können also diese Mär von der Erbschuld und der Gefahr des Wiedererwachens längst vergangener deutscher Verbrechen sehr leicht zur Diffamierung missliebiger Personen oder Organisationen ausnutzen. Sie müssen nur den Betrachtungsrahmen einer Handlung oder Aussage mehrfach verschieben. Dann kommen die Begriffskeulen und verbalen Farbbeutel zum Einsatz. Auf diese Weise können Sie relativ leicht aus einem Kritiker der Regierung einen Neo-Nazi oder aus einem Gegner der Politik Israels einen Antisemiten machen.

Wenn sich hierfür keine einleuchtenden Ansatzpunkte finden lassen, müssen Sie „Beweise“ erschaffen, indem Sie verkürzte Zitatfragmente präsentieren, aus denen die Neo-Nazi Gesinnung oder der Antisemitismus der entsprechenden Person scheinbar offensichtlich wird. Dabei sollten Sie jedoch den Gesamtzusammenhang verschweigen, aus dem dieses Zitat entnommen ist. Ansonsten könnte sich leicht das Gegenteil des gewünschten Eindrucks einstellen."