B-1: PaLü mit Hilfe neuer Begriffe und Floskeln: Erfolgreiche Erziehung zu neuem Denken und Fühlen?



Lieber eine schöne Lüge als die hässliche Wahrheit.


Zitat: "Sie kennen sicherlich die Achat-Kugeln. Von außen sehen sie braun-schwarz und unscheinbar aus, weil sie in ehemaligen Gasblasen in vulkanischem Gestein entstanden sind. Hier lagerten sich dann in einem sehr langen Zeitraum Quarzschichten ein. Schneidet man nun diese Kugeln auf und poliert die Schnittflächen, dann offenbart sich ein attraktives Muster farbiger Kreise. Aus der unscheinbaren Klamotte ist ein Halbedelstein geworden. Viele solcher Kugeln erweisen sich jedoch als leer. Die anfängliche Freude des Entdeckers wandelt sich in Enttäuschung.


Das Ziel der Tabuisierung oder Propagierung bestimmter Begriffe ist die Lenkung des Denkens und Fühlens von Menschen und die Etablierung von fest sitzenden Vorurteilen. Der Gebrauch von Begriffen kann mit der Beschreibung von Achat-Kugeln verglichen werden. Wenn man das reiche Innere kennt, aber nur die äußere Schale beschreibt, ist dies eine wahre Feststellung in Form einer PaLü. Schreckliche Anwendungen dieser Methode sind z.B. die Varianten der Herabsetzung der schwarzen Sklaven (Nigger, 2/3 Mensch laut ursprünglicher Verfassung der USA u.a.). Analog wurden Juden und andere Gruppen von den Nazis als Untermenschen tituliert. Ähnliche Beispiele lassen sich zu allen Zeiten und in allen Kulturen finden.


Umgekehrt kann man sich aber auch ausschließlich auf das Innere einer Achat-Kugel konzentrieren. Das Ziel besteht nunmehr darin, neue Begriffe zu verordnen, die sich ganz auf diesen Teil der Realität fokussieren und unterstellen, in jeder Achat-Kugel befände sich mit Sicherheit ein farbenprächtiger Halbedelstein. Dass viele leer sind, wird ignoriert. Bei jeder Abweichung von den neu verordneten Begriffen können Sie sofort die Beleidigung oder Ausgrenzung irgendeiner Gruppe vermuten, auch ohne diese angehört zu haben. Sie kratzen sich also an Stellen, von denen sie vermuten, dass es andere dort juckt. Das wird aber zunehmend als ideologisch korrekt akzeptiert und kann deshalb ausgenutzt werden.


Den Beweis dafür, wie gut diese PaLü-Methode funktioniert liefert die Vergangenheit: Auch im Sozialismus glaubte kaum jemand an die Parolen des bewussten Staatsbürgers mit dem festen Klassenstandpunkt, den nichts mit dem imperialistischen Westen, aber alles mit dem geliebten Brudervolk in der Sowjetunion verband. Alle benutzten allerdings diese Begriffe nur solange, wie die Angst vor Repressalien sie dazu zwang. Als diese nicht mehr existierte, verschwand der Gebrauch dieser Termini schlagartig.


Die in den letzten Jahren immer aggressiver propagierte ideologisch korrekte Sprache wird wohl das gleiche Schicksal erleiden. Jetzt ist sie allerdings noch auf dem Vormarsch. Man fügt in jede Tätigkeitsbezeichnung artig ein großes I und ein Sternchen ein, damit sich Frauen nicht durch das Maskulinum ausgeschlossen fühlen. So entstehen die Genderaktivist*Innen. Damit wird ignoriert, dass in der deutschen Sprache schon immer beide Geschlechter gemeint waren, egal ob vor dem Wort ein „der“ oder „die“ stand. Noch lächerlicher als dieses „gegenderte“ Schriftbild ist natürlich die Aussprache dieser neuen Wort-Mutanten.